- Nederlands Steendrukmuseum
Carolus gebouw opening NSM 21-09-2001

Das vollständige Konferenzprogramm und Tagungsgebühr und Registrieren finden Sie hier ... 

Vom Stein zum Chip
Alois Senefelder und die Erfindung der Lithographie im internationalen Kontex t  3 - 5. November 2016, Nederlands Steendrukmuseum , Valkenswaard, Die Niederlande. 
Die diesjährige Tagung wird eine Gemeinschaftstagung von IADM (Internationalen Arbeitskreis für Druck- und Mediengeschichteund AEPM sein.

Tagungsgebühr

Mitglieder AEPM / IADM: 80 euro
Nichtmitglieder: 120 euro

Programme

Donnerstag, 3. November

13.00 – 17.00
Ankunft der Teilnehmer im Nederlands Steendrukmuseum

18.00 – 18.30

Empfang
Im Carolus Gebäude mit Drinks und Snacks.

18.30 – 18.45

Harry Neß
Vorsitzender IADM, Offenbach, Deutschland

Allgemeine Einführung in das Tagungsthema

18.45 – 19.30

Harry Veendrick
NanoCMOS-Training BV, Heeze, Die Niederlande

Historische Entwicklung der Chip-Produktion, die heutige Bedeutung des Chips und die Aktuelle Chip-Herstellung auf Basis der Mikro-Lithographie. Nach der Ausbildung an der Technischen Universität Eindhoven arbeitete Harry Veendrick im Forschungslabor der Firma Philips. Dort beschäftigte er sich mit dem Aufbau von Speichermedien, vorkonfektionierter Logikschaltungen und Prozessoren für digitale Videosignale. Er unterrichtet, hält Vorträge und publiziert sehr intensiv im den Bereichen Mikroelektronik und Mikrochip-Technologien.

19.30 – 19.45

Mayor of Valkenswaard

Begrüßung
Noch zu bestätigen.

19.45 – 21.00

Buffet

21.00 – 22.00

Präsentation der Highlights des Nederlands Steendrukmuseum

Mit einer Druckvorführung von Meister Steindrucker Gertjan Forrer.

22.00 – 23.00
Diskussion und Drinks

Freitag, 4. November

09.00 – 09.20

Peter L. Vrijdag / Frank van Oortmerssen, Nederlands Steendrukmuseum 


Alan Marshall, Vorsitzender, AEPM, Lyon, Frankreich

Begrüßung

09.20 – 10.00

Harry Neß
Offenbach am Main, Deutschland.
Assoziierter Wissenschaftler am „Deutschen Institut für Internationaler Pädagogische Forschung (DIPF)“ mit Veröffentlichungen aus den Bereichen Kompetenzforschung und Druckgeschichte. In diesem Zusammenhang wurden unter seiner Projektleitung Portfolioinstrumente zur Kompetenzerfassung entwickelt und Aufsätze zur Geschichte der Ausbildung in drucktechnischen Berufen publiziert. Seit dem Jahr 2000 ist er Vorsitzender des „IADM“ und Mitherausgeber des „Journals für Druckgeschichte“ im „Deutschen Drucker“ sowie seit 2016 Vorstandsmitglied der „Internationalen Senefelder Stiftung“ (www.harry-ness.de).

Medienarchäologie: Anregungen einer neuen Disziplin für neue Aufgaben

Die relativ neue Disziplin der Medienarchäologie ruft mit ihren Forschungsthemen das nächste Kapitel der Arbeit an der Druck- und Mediengeschichte auf. Dabei geht es zu einem um die Freilegung und den Erhalt von Materialien, Apparaten und Werkzeugen der Kommunikation, also die Hardware, zum anderen aber auch um den Aufschluss und die Langzeitarchivierung digital vorliegender Informationen, also die Software.
Exemplarisch wird ausgehend von den Zufallsfunden der Lithosteine derNotendruckerei André beim Bau der S-Bahn in Offenbach (Deutschland) der Erhalt der Bestände an Lithosteinen aus dem „Hessischen Landesmuseum in Darmstadt“ thematisiert und die Möglichkeit einer „Steinbibliothek“ als nationale Aufgabe thematisiert.
Besonders die neuen Formen der Datenübertragung in analogen und digitalen Techniken des 20. und 21. Jahrhunderts werfen beispielsweise Fragen nach der Nutzung von Grammophonen, Computersammlungen, Disketten, Festplatten, Fotos, Magnetplatten etc. auf: Wer sind die Produzenten, welche Techniken verwendeten sie und wer sind die Nutzergruppen? Aber auch Probleme des Erhalts von wechselnden Programmen auf Computern, Handys und Smartphones geraten damit in den Fokus. Datenschutz, verlustfreie Datenübertragung, Kostenübernahme zur Pflege der Datenbestände und ihres Zugangs, Erhalt der Auslesbarkeit, Verwaltung digitaler Rechte usw. werfen neue Forschungs- und Archivierungsdiskussionen auf, in die sich IADM und AEPM einbringen müssen, da die elektronisch sich weiter entwickelnden Kulturartefakte aus Technik, Bild, Ton, Schrift und Sprache drohen, dauerhaft verloren zu gehen, ihre aktuelle Rezeption morgen vergessen ist.

10.00 – 10.40

Michael Twyman
Emeritus des Fachbereichs Typographie & Graphische Kommunikation , der Universität Reading, Großbritannien. Er hat dort über ein halbes Jahrhundert gelehrt und war darüber hinaus Gastdozent an den Rare Book Schools in Virginia, Lyon, Wellington und Melbourne. Er hat Aufsätze über eine große Auswahl von graphischen Themen geschrieben sowie über ein Dutzend Bücher veröffentlicht. Viele seiner Publikationen erläutern einzelne Aspekte der Geschichte der Lithographie, die letzte davon ist „Eine Geschichte der Chromolithographie: Gedruckte Farbe für alle (British Library and Oak Knoll Books, 2013). In seinem Ruhestand unterstützt er als Direktor das ''Zentrum für ephemere Stdien" in Reading.

Eine Untersuchung von einigen frühen britischen Lithosteinen

Der Vortrag beschäftigt sich mit einer Sammlung von 56 Lithosteinen, die fast alle mit Arbeiten aus der ersten Hälfte der 1820er Jahre versehen sind. Die darauf befindlichen Abbildungengehören zu den archäologischen Entdeckungen des Ägyptologen William John Bankes, einem Freund von Byron, und sind als Erbe im Besitz von Kingston Lacy (Dorset, UK), wo die Steine für fast zwei Jahrhunderte lagerten. Die meisten der Steine zeigen Inschriften die von George Scharf mit Tinte auf den Stein gezeichnet wurden, einige andere beinhalten Kreidezeichnungen von archäologischen Monumenten. Die Stöne wurden für den Druck präpariert und in einigen Fällen für eine Publikation von Charles Hullmandel abgedruckt, dem führenden, zeitgenössischen britischen Steindrucker. Sein Druckerzeichen erscheint auf fast allen Steinen, in vielen Fällen mit dem Datum 27. November 1821. Die meisten Steine haben auch den Besitzvermerk ihres Druckers (‚CH‘ mit einer Nummer), entweder aufgemalt oder in die Unterseite des Steines eingeritzt.
Die Gründe für diese anscheinend einzigartige Praxis soll im Kontext der frühen Praxis der Ausleihe von Steinen diskutiert werden und insbesondere aus der Sicht von Hullmandel.
Dem Vortrag folgt ein Vorschlag für eine Erhebung/Zählung der hauptsächlichen Sammlungen von Lithosteinen.

10.40 – 11.10

Kaffepause

11.10 – 11.50

Li Portenlänger
Leiterin der Lithographie-Werkstatt Eichstätt , Deutschland.
Li Portenlänger studierte Grafik, Malerei, Tanz und Taijiquan in Deutschland und Neuseeland. Ihre Lithographie-Ausbildung absolvierte sie in Brüssel bei Meisterdrucker Rudolf Broulim. Sie hat vor allem in Europa und China ausgestellt und gearbeitet. Seit 1998 ist sie für die Lithographie-Werkstatt Eichstätt verantwortlich.

Die Erfindung der Lithographie und die Solnhofener Steinbrüche

Die Abbauregion der Solnhofener Plattenkalke, im heutigen Bayern gelegen, steht in enger Beziehung zur Lithographie und deren Anwendung im großen Stil weltweit. Die Ausbeutung der Kalksteinbrüche fand bereits in römischer Zeit statt, und der Stein wurde auch beim Bau des traditionellen Jura-Bauernhauses für Wand, Boden und Dacheindeckung verwendet. In Bauten von Abteien, Kirchen, Schlössern und barocken Bürgerhäusern fanden die gelben, grauen und blauen Kalksteine verfeinerte Anwendung. Hatten vor Alois Senefelder schon Ansätze, mit dem Stein zu drucken, Ergebnisse gezeigt, so wurde doch die „Chemische Druckerey“ als Flachdruck die bahnbrechende Erfindung der Reproduktion. Dies hatte ab dem frühen 19. Jahrhundert den massenhaften Abbau der Steine zur Folge. Stillgelegte Brüche wurden wiedereröffnet. Der Kalkstein reiner, homogener und dichter Masse aus der Gegend um Solnhofen bot sich hier auch als großformatige Druckplatte. Beim Abbau des lithographiefähigen Gesteins wurden viele Lagen fossiltragender Schichten freigelegt. Die Paläontologie mit der Erforschung des Lebens erhielt reichlich Fundmaterial. Der „Archaeopteryx lithographica“ trägt den Beinamen der Drucktechnik zur Typisierung.
(Ergänzt durch einen elfminütigen Film)

11.50 – 12.30

Gunnel Hedberg
Malmö, Schweden

Gunnel Hedberg arbeitete 15 Jahre als Leiterin von Kultureinrichtungen bevor sie eine 23jährige Laufbahn als Bibliothekarin für angewandte Gesundheitsökonomie absolvierte. Nun in Rente, schreibt sie eine Doktorarbeit in Buchgeschichte, zur frühen Geschichte der Lithographie in Schweden, an der Universität in Lund. Er schrieb über zwei Steindrucker: Sven August Peterson und sein Sohn (der Künstler Hugo Birger), Salmson, und den königlichen Graveur Christian Didrik Forssell

Die Einführung des Steindrucks in Schweden

Die ersten Steindrucker (Fehr und Müller) – zwei Deutsche und einer ihrer Söhne – wurden von Kronprinz Jean Baptiste Bernadotte auf eigene Kosten nach Schweden eingeladen. Sie begannen im Frühling 1818 in Stockholm  mit dem Drucken Fehr war ebenfalls einer der ersten Drucker in Dänemark und später gründete er die erste Steindruckerei in Norwegen. Diese beiden Erstdruckern folgte eine große Menge von Druckereien in Stockholm.Im ersten Jahrzehnt waren es ungefähr 19, die es als Nebentätigkeit zu anderen Aktivitäten betrieben. Diese ersten Steindrucker wurden auf Grundlage (häufig durch Insolvenzen)von offiziellen Dokumenten, persönlicher Korrespondenz, Anzeigen in Zeitungen und Druckvermerken untersucht. Das Bild, das sich daraus ergab, ist der scharfe Wettbewerb und der hohe persönliche Preis, den fast alle als Pioniere bezahlren mussten.

12.30 – 13.30

Mittagessen

13.30 – 14.10

Jan af Burén
Litografiska Museet, Huddinge, Schweden

Nachdem er seine Tätigkeit im National Museum of Fine Arts in Stockholm beendet hatte und in Rente ging, trat Jan af Burén in den Vorstand des Litografiska Museet in Huddinge nahe Stockholm ein. Seine Doktorarbeit (1992) beschäftigte sich mit der Frage, ob es möglich sei, einen Originaldruck zu definieren. Die Antwort war und ist ‘nein’. Er hat ebenfalls ein Buch über die graphische Sammlung des Nationalmuseums (Prints. Art and knowledge on paper) geschrieben und er bereitet eine Arbeit über die Erfindung der Lithography und deren Einführung in Schweden vor. Zur Zeit bearbeitet er die Entwicklung der Lithographie in Schweden im 19. Jahrhundert.

Lithochromie oder Chromolithographie. Die Einführung der Chromolithographie in Schweden

Die Lithographie wurde 1818 von zwei deutschen Lithographen und Druckern, auf Bitten des schwedischen Königs, des ehemaligen französischen Marshalls Jean Bernadotte, eingeführt. Schon bald wurde eine gute Arbeitsqualität im Steindruck erreicht, aber erst zu Beginn der 1840er Jahre wurde die Chromolithography in Schweden eingeführt. Die Einführung dieser Technik ging auf die Fähigkeiten von eingewanderten deutschen Lithographen und importierten Handbücher zurück, wobei das wichtigste das Buch von Heinrich Eduard Pescheck and Leo Bergmann. Das Ganze des Steindrucks war. Eine andere Quelle war Robert Bertram’sNew Lithochromie, das 1840 ins Schwedische übersetzt wurde.Im Jahre 1840 errichtete Johann Friedrich Meyer, aus Berlin und Hamburg kommend, das J. F. Meyer & Co Lithographic Institute. Meyer ging 1848 nach Berlin zurück, um die neuesten Techniken der Chromolithographie zu erlernen. Im Jahre 1844 eröffnete der schwedische Lithograph Axel Jakob Salmson eine Steindruckerei. Seine ersten Chromolithographien wurde mit Hilfe eines Handbuches gedruckt. 1840 wurde Robert Bertram’s Buch über die Lithochromie –  eine Reproduktionsart, bei der Ölfarbe benutzt wir – ins Schwedische übersetzt. Einige Jahre später wurde die zweite Ausgabe von Peschek’s Das Ganze des Steindrucksherausgegeben. Hier wurde ebenfalls der Begriff Lithochromie benutzt, aber jetzt als Chromolithographie verstanden. Beide, Meyer und Salmson, benutzten die im Buch beschriebene Technik, die die Arbeitsweise, mit mehreren Farbsteinen und handkolrierten Details zu arbeiten, kombinierte. Später, zu Beginn der 1860er Jahre, druckten Meyer und Salmson richtige Chromolithographien. Von diesem Zeitpunkt an verbreitete sich die Technik der Chromolithographie in allen wichtigen Steindruckereien in Schweden.

14.10 – 14.50

Johan de Zoete
Johan de Zoete ist sowohl als praktizierender Druckgraphik-Fachmann als auch als Spezialist auf dem Gebiet für die Reproduktionsverfahren des 19. Jahrhunderts bestens bekannt. Einige dieser Verfahren (z.B. Woodburytype, Photogravure and Photolithographie) hat er erfolgreich rekonstruiert und damit gearbeitet. Er hat über diese Themen ausführlich publiziert und viele Jahre lang führte er Meisterkurse im Erkennen von alten Reproduktionstechniken durch. Von 1996 bis 2016 war er Kurator des Enschedé Museums in Haarlem, Niederlande, und ehemaliger Präsident der AEPM. Er betreibt eine Privatpresse namens “The Rather Obscure Press of Johan de Zoete”.

Die Ursprünge der Photolithography/Photozinkographie (1850-1970)

Direkt nach der Erfindung der Fotografie versuchten Forscher diese neue Technik auch auf die Drucktechnik zu übertragen. Die frühesten Experimente wurden im Tiefdruckverfahren durchgeführt. Die Daguerreotypie bestand aus einem fotografischen Bild auf einer versilberten Kupferplatte, und Kupfer war ein Material, mit dem sich Drucker gut auskannten. Um 1855 entwickelte der Franzose Alphonse Poitevin ein Verfahren der Fotolithographie, das gute Ergebnisse hervorbrachte. Die Methode war jedoch nicht sehr praktikabel. Das größte Problem war die genaue Wiedergabe der Halbtöne des Originals. Andere Methoden waren dann effektiver, wenn das Original aus Strichvorlagen bestand. Die ergab jedoch keine spektakulären Ergebnisse und es beschränkte sich auf künstlerische Arbeiten wie Zeichnungen, und sah nicht aus wie Fotografien der ‘realen Welt’. Eine Methode, wie die von Colonel Henry James Scott aus Southampton, die ‘Photozincographie’, wurde jedoch mit einigem Erfolg zur Produktion von Faksimiles alter Texte benutzt. Ein anderes Verfahren basierte auf einer Erfindung von Eduard Isaac Asser, einem in Amsterdam lebenden Amateur-Fotografen. Seine Methode wurde von verschiedenen Druckereien übernommen, obwohl es ebenfalls bei der korrekten Wiedergabe von Halbtönen versagte. Eine spätere Entwicklung war Charles Ecksteins ‚Steinheliogravure‘, die einige atemberaubende Bilder hervorbracht.  Mit der Erfindung der Raster-Fotografie um 1881, konnte die Technik um Tonwerte mittels Punkte von unterschiedlicher Größe zu erzeugen, direkt erfolgreich für den Steindruck angewendet werden.

14.50 – 15.30

Kaffeepause

15.30 – 16.10

Hanns-Peter Schöbel
Schutterwald, Deutschland
Hanns-Peter Schöbel, geb. 1936, gelernter Chromo- und Fotolithograph (Meister), studierte Werbewirtschaft, Geschäftsführer/Gesellschafter der Elektron Repro GmbH, EKG, Stuttgart, Ressortleiter Vorstufentechnik Burda Druck, Fachautor, Vorsitz-Reprotechnik nationaler und internationaler Verbände der Druckindustrie, zuletzt Medienberatung /Projektleitung.

Entwicklung der Korrekturverfahren in der Reprotechnik (Bild)

Geschichte der Bildwiedergabe in den Hauptdruckverfahren
Bedeutung und Entwicklung der Druckelemente
Notwenigkeit von Bildkorrekturen mittels Reproduktionstechniken
– Ausgangspunkt Qualität der Vorlage
– Einschränkung durch Druckfarben, Tonwertumfang, Druckform, Druckträger und Betrachtungslicht
– Möglichkeiten der Korrekturverfahren manuell, fotografisch, elektronisch, digital
Übersicht zur Entwicklung der Korrekturverfahren und Druckelemente
– im Steindruck: Umdruck, Tangiertechnik, Zusatzfarben
– an den Vorlagen
– in der Fotomechanik (Zeichentechniken, Ätztechniken, Maskierverfahren)
– in der elektronischen Reprotechnik
– in digitalen Reproduktionsprozessen
Einfluss der Normung (DIN)
… im Spiegel der Reproduktionsberufe
Bedeutung dieser Entwicklung für den Druckmarkt
Aktuelle Literatur zum Thema

16.10 – 16.50

Gerhard Kilger
Internationale Senefelder-Stiftung, Offenbach, Deutschland
Der ehemalige Gründungsdirektor der DASA in Dortmund ist von seiner Ausbildung Physiker und Philosoph. Nebenberuflich ist er seit langem bildender Künstler, bereits in den siebziger Jahren war er als Künstlerlithograph mit dem Aufbau und dem Betrieb von Lithographie-Werkstätten in  Tübingen, Trier, Heidelberg und Mannheim befasst. Nach langjähriger Museumstätigkeit ist er heute neben vielen Ehrenämtern Vorsitzender des Vorstands der Internationalen Senefelder-Stiftung (ISS).

Künstlerische Lithographie

Der Steindruck von Alois Senefelder war schon von Beginn an nicht nur eine wichtige Drucktechnik zur Wiedergabe von Kunstwerken, sondern viele Künstler haben die Lithographie als künstlerische Technik genutzt. In der Regel wurden künstlerische Lithographien von Experten präpariert und gedruckt.
Inzwischen hat jedoch in der postindustriellen Phase die künstlerische Lithographie eine erstaunliche Entwicklung gemacht: Auf der einen Seite verschwinden nicht nur das professionelle Expertenwissen, sondern auch die notwendigen Materialien für anspruchsvolle Drucktechniken, auf der anderen Seite erzeugen Experimente und kreative Ansätze von Künstlern ganz andere und neuartige Möglichkeiten auf dem Stein. Selten hat eine industrielle Technik nach ihrem Niedergang in den Händen von Künstlern einen derartigen Wandel erlebt.
Anhand von Beispielen – auch der Preisträger des Internationalen Senefelder-Preises – wird dieser Wandel dargestellt.

16.50 – 17.30

Jean Drache
Deutschland
Berufsausbildung zum Offset- und Lichtdrucker. Arbeit als Offsetdrucker.
Studium der Malerei und Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig
Seit 25 Jahren künstlerischer Mitarbeiter an dieser Hochschule, Leitung der Werkstatt fürkünstlerischen Offsetdruck, künstlerische Leitung der Ausbildung in der Werkstatt für Lithografie und Steindruck

Zwischen Original und Reproduktion. Lithografie und Handoffsetdruck in der künstlerischen Praxis

Seit ihrer Erfindung hat die Lithografie nichts von ihrer Attraktivität für Künstler eingebüßt. Während der merkantile Gebrauch weitestgehend durch den Offsetdruck abgelöst wurde, ist die grafische Arbeit auf dem Stein noch immer sehr lebendig.
Aber auch der Offsetdruck bietet Nieschen, die für Künstler von Interesse sind. Während der Steindruck vorwiegend von Malern und Zeichnern genutzt wird, ist der Handoffsetdruck besonders für Fotografen und Medienkünstler interessant. Die Nähe und Spezifik beider Techniken möchte ich in meinem Vortrag darstellen. Darüber hinaus gebe ich einen Einblick in die Arbeit einer Handoffsetwerkstatt und einer Steindruckwerkstatt an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Ich halte den Vortrag in deutscher Sprache und werde begleitend Bilder zeigen. Dazu benötige ich einen Beamer, den ich an einen Laptop anschließen kann.

17.30 – 17.45

Pause

17.45 – 19.15

AEPM-Jahrestreffen (nur für Mitglieder)

(AEPM nur für Mitglieder)

19.15 – 20.00

Drinks

20.00 – 24.00

Buffet und musikalische Abendveranstaltung

Samstag, 5. November

09.00 – 10.00

IADM- Mitgliederversammlung

(IADM nur für Mitglieder)

10.00 – 10.40

Roger Münch
Direktor, Deutsches Zeitungsmuseum , Wadgassen, Deutschland. Geboren 1959, studierte Roger Münch Buchwissenschaft, Germanistik und Philosophie in Mainz, gehörte von 1983 bis 1987 zum Aufbauteam des Landesmuseums für Technik und Arbeit in Mannheim (heute Technoseum ), arbeitete von 1988 bis 1997 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Buchwissenschaft in Mainz , danach bei der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz beschäftigt, seit 2003 als Direktor des Deutschen Zeitungsmuseums in Wadgassen.

Die Bedeutung Alois zu sein oder vom Stein zum Chip. Einige Aspekte für eine Wanderausstellung

Obwohl die Geschichte sehr deutlich gezeigt hat, welche epochemachende Bedeutung die verschiedenen Flachdrucktechniken für die Druckbranche besitzen, ist der Name des Erfinders Alois Senefelder der Allgemeinheit noch zu wenig bekannt. Woran das liegen mag? Diese Frage stand am Anfang der Überlegungen zur geplanten Wanderausstellung. Seit vielen Jahren und Jahrzehnten versuchen sowohl das Nederlands Steendrukmuseum als auch die Internationale Senefelder-Stiftung ISS diesen Mangel zu beheben. In ihrer Zeit als Vorstände der ISS begannen Peter-Louis Vrijdag und Roger Münch die Idee zu einer europaweiten Sonderausstellung zu entwickeln und zu promoten. In Anlehnung an Oscar Wilde soll das Wortspiel „The Importance of Being Alois“ das Interesse an dieser spannenden Erfinderpersönlichkeit der Neuzeit wecken und aufzeigen, wie das Prinzip der Lithographie auch weiterhin die moderne Kommunikationstechnik beeinflusst.

10.40 – 11.10

Kaffeepause

11.10 – 12.30

Market of News/Informationsaustausch und Diskussion

Präsentationen sind innerhalb der verfügbaren Zeit auf 10 Minuten beschränkt.

12.30 – 13.45

“Senefelder” Mittagessen

Im Carolus Gebäude.

13.45 – 17.45

Besichtigung des Spielkartenmuseums, Turnhout

Transfer by coach to the town of Turnhout, besichtigung des Spielkartenmuseums (Nationaal Museum van de Speelkaarten, Turnhout ) Bustransfer zurück ins Nederlands Steendrukmuseum.

Konferenz endet.

CAROLUS Valkenswaard

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